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Moshe
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Popstars und ihre berühmten Freunde

Von Hans Hoff 25. Januar 2009, 02:03 Uhr

Eine Ausstellung in Düsseldorf widmet sich der New Yorker Band Sonic Youth. Dort wird gezeigt, wie deren Musik die Kunstszene der Stadt prägte
Manchmal dauert es eine Weile, bis zusammenfindet, was zusammengehört. Im Fall von Sonic Youth und der Stadt Düsseldorf dauerte es 28 Jahre, bis deutlich wurde, dass die New Yorker Experimentalband und die Landeshauptstadt mehr gemeinsam haben als man auf den ersten Blick annimmt. Natürlich geht es um die Verbindung von Musik und Kunst, die beide pflegen und zu einer gewissen Meisterschaft geführt haben.
Es gibt aber durchaus auch Parallelen der historischen Art. Als nämlich 1981 am Rhein noch der kurz zuvor importierte und auf rheinische Verhältnisse adaptierte Punk vor allem auch von Angehörigen der örtlichen Kunstszene gepflegt wurde, stand am Hudson die Gründung von Sonic Youth an, einer Band, die sich wie die rheinischen Sicherheitsnadelträger lange auf die Kunst des Nicht-spielen-Könnens berief und bis heute, knapp 30 Alben später, erfolgreich dem großen kommerziellen Erfolg die Tür weist.

"Zurück zum Beton" hieß im Jahre 2002 eine Ausstellung, mit der sich die Düsseldorfer Kunsthalle vor allem dem örtlichen Punk widmete. Nun folgt dort ab 31. Januar "Sonic Youth etc.: Sensational Fix", eine Schau über das Universum, das sich um Sonic Youth dreht, und auf eine ganz besondere Art und Weise schließt sich damit ein Kreis.
"Es gibt viele Dinge, die die Musiker mit Düsseldorf verbinden. Sie mögen die Region, vor allem weil es hier so viele Galerien und Künstler gibt", sagt Roland Groenenboom. Er hat die Ausstellung, die schon in Saint Nazaire und in Bozen zu sehen war und hinterher nach Malmö weiterreist, konzipiert.
Dass die Musiker sich für die Kunst neben der Musik interessieren, hat sich in der wechselvollen Karriere der Band immer wieder gezeigt. Eng waren sie verwoben mit der Fluxus-Bewegung, inspirierten immer wieder Künstler zu Werken, die häufiger auch Cover von Sonic-Youth-Platten wurden. So zierte den Umschlag ihres 1988 erschienenen Albums "Daydream Nation" ein Bild von Gerhard Richter, der zu der Zeit noch an der Düsseldorfer Kunstakademie lehrte. "Er fühlte sich wohl geschmeichelt", vermutet Kim Gordon, die damals mehr als ergriffen war.
"Er hat mich zu sehr eingeschüchtert, um je mit ihm Freundschaft schließen zu können", berichtete die Musikerin über das Verhältnis mit ihrem damaligen Lieblingsmaler nach einem Atelierbesuch. "Sonic Youth etc.: Sensational Fix" präsentiert sich aufgrund der vielfältigen Aktivitäten der Bandmitglieder als facettenreiche Ausstellung. In einzelnen Bereichen geht es um die Anfangstage der Band, um das Tournee-Gefühl, um die ersten Westküstenerfahrungen der Ostküsten-Formation. In einer eigenen Abteilung können sich junge Musiker als Sonic-Youth-Erben betätigen und eigene Stücke zur Bandgeschichte hinzufügen.
Im Wesentlichen geht es in der Ausstellung um die Grenzüberschreitungen, die sich die Musiker immer wieder geleistet haben. Als Crossover würde man ihre Mischung aus Noiserock, Experimentalklängen und bildender Kunst heute vielleicht leichtfertig kategorisieren, griffe damit aber zu kurz.
"Ich habe versucht, ein Puzzle zusammenzusetzen", sagt Groenenboom. Er möchte der Musik eine sinnliche Entsprechung bieten. "Ich setze Dinge nebeneinander, die eigentlich nicht zusammengehören", sagt er. Zu sehen sind Werke von Künstlern, die in den späten 70er- und in den 80er-Jahren die Musik von Sonic Youth beeinflusst haben. Dan Graham und Cindy Sherman sind ebenso vertreten wie Richard Prince und Patti Smith.
Zu sehen gibt es neben etlichen Plattencovern auch Gitarrenfragmente und Textblätter von Jack Kerouac, William S. Burroughs, Glenn Branca, John Cage und Allen Ginsberg. Videoinstallationen setzen die Musik in einen veränderten Kontext, und in der Westküstenabteilung ist zu erfahren, wie die Welt von Hollywood auf die Aggressivität kalifornischer Hardcorepunks reagierte. Auch ein Thema, das die Band intensiv beschäftigte, wird angesprochen: die Bedeutung der mordenden Manson-Familie, die eine enge Verbindung zur populären Musik und zu Bands wie etwa den Beach Boys pflegte.
Der Versuchung, mit der Schau einfach ein rollendes Rockmuseum zu installieren, hat Groenenboom standgehalten. "Es hat mehr Tiefe und ist nicht nur eine Ausstellung über Musik und Rock'n'Roll", sagt er und fächert das Spektrum der möglichen Besucher weit auf. "Ich möchte Sonic-Youth-Fans ansprechen, aber auch Kunstinteressierte, die etwas Neues über Kunst lernen möchten", sagt er.
In Düsseldorf wird die Ausstellung auf zwei Orte verteilt. Nicht nur in der Kunsthalle, sondern auch im fußläufig zu erreichenden KIT, einem für Kunstzwecke ausgebauten Tunnelraum am Rheinufer, werden die Arbeiten präsentiert. Am 24. April kommt dann die Band persönlich nach Düsseldorf. In der Hafendisko 3001 werden Kim Gordon, Thurston Moore, Lee Ranaldo und Steve Shelley eines ihrer raren Konzerte geben. "Die Karten verkaufen sich sehr gut", sagt Kunsthallensprecher Schewe. Auf jeden Fall wird es ein besonderes Ereignis sein, fast könnte man es eine Art Familienzusammenführung nennen. Es kommt halt zusammen, was zusammengehört.
31. Januar bis 10. Mai, Kunsthalle und KIT (Kunst im Tunnel), Düsseldorf
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